
Markthalle Neun
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Geschichte
Heute stellen Händler Lebensmittel von Hand her. Käse, Brot, Wurst. Die Luft riecht lebendig. Dies ist die Markthalle Neun. Lassen Sie mich Ihnen die Geschichte erzählen, die die Essgewohnheiten der Berliner veränderte.
Im Jahr achtzehnhundertsiebenundvierzig. Die Bevölkerung Berlins verdoppelte sich in einem Jahrzehnt. Die Menschen kauften Gemüse, das auf dem Boden ausgebreitet war. Fliegen umkreisten die Metzgerstände. Blut floss über das Pflaster.
Am einundzwanzigsten April achtzehnhundertsiebenundvierzig kosteten Kartoffeln das Vierfache dessen, was sie sollten. Die Berliner hungerten.
Auf acht Marktplätzen kippten Frauen Stände um, schnitten Kartoffelsäcke auf und nahmen, was sie brauchten. Die Unruhen dauerten drei Tage, bevor das Militär sie stoppte.
Die Kartoffelrevolution zwang den Magistrat zum Handeln.
Architekt Hermann Blankenstein wurde beauftragt, vierzehn Markthallen in ganz Berlin zu bauen – überdacht, überwacht, sauber.
Die Markthalle Neun wurde am ersten Oktober achtzehnhunderteinundneunzig eröffnet. Dreihundert Stände. Gesundheitspolizei überwachte jeden Händler.
Heute steht die Markthalle Neun noch immer. Touristen besuchen sie jeden Tag. Ich werde Sie dorthin führen und Ihnen die Geschichte erzählen, wie Hunger und Gesundheit diesen Ort erschufen.
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